Translationsallianz

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Was ist Translation?

 

Translationale Forschung bildet die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung. Neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen so auf kurzen Wegen zu neuen Therapien oder Diagnoseverfahren für Patienten führen. Und gleichzeitig werden Fragen, die bei der klinischen Arbeit entstehen von Grundlagenforschern bearbeitet.

 

 

 

News

09.01.2014

Fotoausstellung: Stop TB!

Bis zum 15. April 2013 zeigt eine Ausstellung im Lehrgebäude I am Campus Bünteweg Bilder von Tuberkulose-Patienten aus Afghanistan

Tuberkulose ist eine Armutskrankheit. Medizinischer Fortschritt und verbesserte Lebensbedingungen haben die Infektionskrankheit in Europa zwar seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts verdrängt. Weltweit sterben jährlich dennoch etwa 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose. Unterernährung und beengte Lebensumstände, wie sie beispielsweise in Flüchtlingslagern herrschen, begünstigen die Ausbreitung der Krankheit. Besonders das Auftreten von resistenten Varianten des Tuberkuloseerregers, Mycobacterium tuberculosis, ist ein großes Problem und erschwert die Behandlung der Patienten. Dr. Matthias Stehr aus dem Institut für Mikrobiologie arbeitet seit Jahren mit Mykobakterien und setzt sich für die Aufklärung rund um Tuberkulose ein. Mit einer Fotoausstellung, die im Auftrag der Initiative Stop TB Partnership Afghanistan und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt wurde, möchte er helfen, die Krankheit zurück in unser Bewusstsein zu holen und auf die Lage der von Tuberkulose betroffenen Menschen in Afghanistan aufmerksam zu machen. Die Ausstellung zeigt Porträts von Menschen, die von der Tuberkulose betroffen sind. Die Aufnahmen wurden 2012 im Tuberkulose-Zentrum des Herat Regional Hospitals von der international bekannten Fotografin Laura Salvinelli aufgenommen. Die Ausstellung ist bis zum 15. April im Lehrgebäude I der TiHo am Bünteweg 17 zu sehen.

In Afghanistan infizieren sich nach den Angaben der WHO pro Jahr etwa 60.000 bis 70.000 Menschen mit TB, etwa 50.000 der Betroffenen sind Frauen. Nach Angaben des afghanischen Gesundheitsministeriums gibt es etwa 600 Labore, die einfache Sputum-Mikroskopie durchführen können. Doch unzureichend ausgebildetes Personal und eine schlechte Ausrüstung macht die Diagnose der Krankheit oft schwierig. Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist insgesamt sehr schlecht: Auf 10.000 Einwohner kommen weniger als zwei Ärzte. Da 80 Prozent der Ärzte in Kabul tätig sind, hat die ländliche Bevölkerung kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Erst seit 2002 wird Tuberkulose mit Unterstützung der WHO in Afghanistan wieder verstärkt bekämpft. Zusammen mit der Initiative Stop TB Partnership Afghanistan wird versucht die Krankheit zu kontrollieren und zurückzudrängen. Die Patienten erhalten über sechs bis acht Monate einen Cocktail aus vier Wirkstoffen. Den meisten Patienten kann so geholfen werden. Für eine erfolgreiche Therapie ist zudem gerade bei Tuberkulose die regelmäßige Einnahme der Medikamente sehr wichtig. Eine unregelmäßige Einnahme, eine falsche Dosierung oder gar ein vorzeitiger Abbruch der Therapie können zur Entstehung resistenter Bakterienstämme führen.

Stop TB Partnership ist ein Netzwerk aus Organisationen und Einzelpersonen mit dem Ziel, Tuberkuloseerkrankungen weltweit zurückzudrängen. Das möchten sie unter anderem erreichen, indem Patienten mit preiswerten und qualitativ hochwertigen Medikamenten versorgt werden. Dafür gründete Stop TB Partnership 2001 die Global Drug Facility. Bis 2015 soll die Zahl der Tuberkulose-Toten, verglichen mit 1990, halbiert werden.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

22.11.2017