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Was ist Translation?

 

Translationale Forschung bildet die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung. Neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen so auf kurzen Wegen zu neuen Therapien oder Diagnoseverfahren für Patienten führen. Und gleichzeitig werden Fragen, die bei der klinischen Arbeit entstehen von Grundlagenforschern bearbeitet.

 

 

 

News

11.07.2011

MHH-Wissenschaftler finden Blutkrebs-Auslöser

Genetischer Schalter erforscht, der aggressiven Blutkrebs zulässt / Veröffentlichung in „Cancer Cell"

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erforschten die Funktion eines genetischen Schalters, der bestimmt, ob eine besonders aggressive Form des Blutkrebses entstehen kann: die akute myeloische Leukämie (AML). Auf dieser Grundlage suchen sie jetzt nach Wegen, wie sich dieser Schalter und seine tödliche Wirkung mit Hilfe von Medikamenten unterdrücken lässt. Die Forscher um Dr. Michael Heuser, MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der renommierten Fachzeitschrift „Cancer Cell".

 

In Deutschland erkranken jährlich rund 3.600 Menschen an AML. Während einige Formen dieser Leukämie gut behandelbar sind, können andere häufig nicht geheilt werden.

 

Auf dem Weg zur reifen Blutzelle, die die zahlreichen Aufgaben des Blutes übernimmt, durchlaufen die Zellen verschiedene Stadien. Diese reichen von der Stammzelle über die unreife und später reife Vorläuferzelle bis zur reifen Zelle. Um herauszufinden, in welchem Zellstadium eine Leukämie entstehen kann, haben die Wissenschaftler Knochenmarkzellen von Mäusen als Stammzellen beziehungsweise je eine der Vorläuferzellarten als Einzelzelle in eine Petrischale sortiert. Anschließend fügten sie das MN1-Gen ein, das sehr aggressive Leukämien auslösen kann. Sie beobachteten, dass nur die unreifen Vorläuferzellen eine Leukämie entwickelten, nicht aber die reifen Vorläuferzellen oder die reifen Blutzellen.

 

Anschließend fanden sie heraus, dass diese unreifen Vorläuferzellen ein bestimmtes Eiweiß enthalten (MEIS1), das in den weiteren Stadien fehlt. Brachten sie dieses zusammen mit dem Gen MN1 in reife Vorläuferzellen ein, verwandelten sich auch diese in Leukämiezellen. „Somit sehen wir MEIS1 als eine Art Schalter an, der bestimmt, ob eine Leukämie entsteht oder nicht. Dies konnten wir in bestehenden Leukämiezellen der Maus auch zeigen: Wenn wir MEIS1 ausschalteten, konnten die Zellen keine Leukämie mehr in den Mäusen verursachen", sagt Dr. Heuser. „Unsere Untersuchungen legen nahe, dass die Ausschaltung von MEIS1 eine effektive Therapie für viele Patienten mit unterschiedlichen Leukämieformen ist. Ein wichtiges Ziel unserer weiteren Forschung ist es, Wege zu finden, wie sich Schalter wie MEIS1 medikamentös ausschalten lassen", erläutert er.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Michael Heuser, Telefon (0511) 532-3010, heuser.michaelmh-hannover.de.

 







V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH

 

 

Zur MHH Pressemitteilung

17.11.2017