Translationsallianz

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Was ist Translation?

 

Translationale Forschung bildet die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung. Neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen so auf kurzen Wegen zu neuen Therapien oder Diagnoseverfahren für Patienten führen. Und gleichzeitig werden Fragen, die bei der klinischen Arbeit entstehen von Grundlagenforschern bearbeitet.

 

 

 

News

02.04.2014

Neue Ansätze gegen das Zytomegalievirus

HiLF Stipendium für Franz Puttur

Das Zytomegalievirus (CMV) gehört zu den Herpesviren und infiziert vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Infektionen mit CMV verlaufen meist symptomfrei und vor allem für Neugeborene kann eine nicht entdeckte Infektion schwerwiegende Folgen wie Multiorganversagen haben - und unter Umständen zum Tod führen. Zudem steht das Zytomegalievirus im Verdacht, das Immunsystem vorzeitig altern zu lassen. Virostatika, die routinemäßig in der Klinik eingesetzt werden, schützen nicht zuverlässig, da sie schlecht bioverfügbar sind und die Entwicklung resistenter Viren fördern können. Wissenschaftler des Instituts für Infektionsimmunologie verfolgen nun einen neuen Ansatz, um neue prophylaktische und therapeutische Maßnahmen gegen das Virus zu entwickeln.

  
Im Zentrum ihrer Untersuchungen stehen plasmazytoide dendritische Zellen (pDCs), die entscheidend das Ausmaß der Virusinfektion mitbestimmen. Sie sind die Hauptregulatoren des angeborenen Immunsystems und produzieren als Reaktion auf die Infektion das Zytokin Interferon-α (IFN-α). IFN blockiert einerseits die Vermehrung der Viren, kann jedoch andererseits auch zu negativen Auswirkungen auf die plasmazytoiden dendritischen Zellen führen. Um diese Mechanismen zu verstehen - und daraus neue Therapie- und Prophylaxe Ansätze zu entwickeln - untersucht der Wissenschaftler Franz Puttur mit seinen Kollegen am Institut für Infektionsimmunologie zwei spezielle Proteine: "Neben den pDCs selbst sind die beiden Proteine TLR9 und MyD88 von entscheidender Bedeutung für die Regulation der Virusabwehr, da sie eine zentrale Rolle für die Viruserkennung spielen. Beide Proteine werden von pDCs exprimiert", sagt Franz Puttur. Bisherige Studien basieren ausschließlich auf Studien mit Mäusen, die weder TLR9 noch MyD88 produzieren können. Um nun auch die Funktion dieser Proteine auf Einzelzellebene zu untersuchen, nutzen die Wissenschaftler um Tim Sparwasser weitere neu entwickelte Modellsysteme. Diese ermöglichen es ihnen, die Funktion der regulatorischen Mechanismen von TLR9 bzw. MyD88 in pDCs während einer CMV-Infektion gezielt zu analysieren. "Unsere Untersuchungen fokussieren vor allem auf die Problematik mit Neugeborenen", sagt Prof. Sparwasser, Leiter des Instituts für Infektionsimmunologie am TWINCORE. "Die Ergebnisse sollen helfen, neue Strategien für die Entwicklung anti-viraler Mikrobizide und Impfstoffe spezielle für Neugeborene zu entwickeln."
Das Projekt fördert die Medizinische Hochschule Hannover mit dem HiLF-Stipendium - einer einjährigen Förderung zum Aufbau einer eigenen Nachwuchsgruppe für den Nachwuchswissenschaftler Franz Puttur.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des TWINCORE

18.11.2017