Translationsallianz

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Was ist Translation?

 

Translationale Forschung bildet die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung. Neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen so auf kurzen Wegen zu neuen Therapien oder Diagnoseverfahren für Patienten führen. Und gleichzeitig werden Fragen, die bei der klinischen Arbeit entstehen von Grundlagenforschern bearbeitet.

 

 

 

News

06.02.2014

Neue Einblicke in die Funktionsweise des CRISPR-Cas9-Systems

Dreidimensionale Struktur des Gentechnologie-Werkzeugs aufgeklärt / HZI-Forscherin Emmanuelle Charpentier beteiligt

Das CRISPR-Cas9-System ist eine der bedeutendsten molekularbiologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre. Seine Nutzung als biotechnologisches Werkzeug wurde 2012 erstmalig beschrieben; es basiert auf der Immunabwehr von Bakterien und Archaeen und gilt bereits jetzt als bahnbrechende Technologie. Einfacher, kostengünstiger und präziser als bisher können Wissenschaftler mit dem CRISPR-Cas-System die Erbsubstanz verschiedener Zellen gezielt editieren. Die Forscher hoffen, mit seiner Hilfe eines Tages Krankheiten bekämpfen zu können.

 

Bisher war zwar der Mechanismus bekannt, mit dem CRISPR-Cas auf molekularer Ebene funktioniert, nicht aber die zugrunde liegenden Molekülstrukturen. Im Science Express, der Vorabversion der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Science, beschreibt ein internationales Forscherteam, unter anderem von der amerikanischen University of Berkeley, nun die dreidimensionale Struktur des CRISPR-Cas-Komplexes und gibt dadurch Hinweise auf dessen genaue Funktionsweise: Die sogenannte „Guide RNA“ (Führungs-Ribonucleinsäure) löst eine Veränderung in der Konformation des Enzym-Moleküls aus und ist so entscheidend für die Bindung in der Zielregion auf dem Erbgut. Co-Autorin des Artikels ist die HZI-Forscherin Prof. Emmanuelle Charpentier.

Charpentier hat die Arbeiten in Wien und im schwedischen Umeå begonnen, bevor sie im Dezember 2012 an das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) nach Braunschweig wechselte. Hier leitet sie die Abteilung Regulation in der Infektionsbiologie und hat einen Lehrstuhl an der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Molekularbiologin ist für das Jahr 2014 mit einer Humboldt-Professur ausgezeichnet worden. Die gebürtige Französin gilt als eine der Pionierinnen auf dem Gebiet der CRISPR-Cas-Forschung.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des HZI

19.10.2017