Translationsallianz

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Was ist Translation?

 

Translationale Forschung bildet die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung. Neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen so auf kurzen Wegen zu neuen Therapien oder Diagnoseverfahren für Patienten führen. Und gleichzeitig werden Fragen, die bei der klinischen Arbeit entstehen von Grundlagenforschern bearbeitet.

 

 

 

News

24.09.2015

Neuer Ansatz für Hepatitis-B-Therapie gefunden

Patienten mit chronischen Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus können bislang nicht vollständig geheilt werden. Neue Forschungsergebnisse bieten nun vielversprechende Ansätze für die Therapie

Rund 350 Millionen Menschen weltweit leiden an einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV). Zwar stehen Therapien für die Behandlung dieser Infektionskrankheit der Leber zur Verfügung, diese sind jedoch zumeist teuer, langwierig oder haben schwerwiegende Nebenwirkungen. Daher befassen sich Forscher(innen) seit Jahren mit alternativen Methoden, die vor allem einer vollständigen Heilung der Patienten dienen sollen. Wissenschaftler(innen) der I. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung sowie des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, haben nun neueste Erkenntnisse über mögliche Ansätze für die Therapie der Infektion in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" der Nature Publishing Group veröffentlicht. Das Forschungsprojekt wurde von der VolkswagenStiftung im Rahmen der Förderinitiative "Experiment!" gefördert.


Angriff auf die kleinsten Teilchen

Bei einer Infektion von Leberzellen mit HBV wird zum einen das Erbgut des Virus, also seine DNA, direkt in das Erbgut der infizierten Zellen integriert. Zum anderen liegt nach der Infektion die DNA des Virus auch als ringförmiges Molekül innerhalb der Leberzellen vor. Um die Infektion vollständig zu heilen, muss die Virus-DNA zerstört werden, ohne dabei die Leber nachhaltig zu schädigen. Als vielversprechende Ansätze, um die Virus-DNA aus den Leberzellen zu entfernen, gelten sogenannte Genom-Editing-Methoden. Dabei werden mithilfe von bestimmten Proteinen (sog. Nukleasen) zielgenau spezifische DNA-Abschnitte erkannt und zerschnitten. Diese Proteine bringen jedoch die Gefahr mit sich, auch an unerwünschten Stellen DNA zu zerschneiden. Die Forscher(innen) haben nun zwei DNA-Bereiche des Virus identifiziert, die für die Funktion des Virus essentiell sind, und die durch eine bestimmte Nuklease-Variante zielgenau zerschnitten werden können. "Unsere Erkenntnisse lassen die Hoffnung zu, dass durch die Weiterentwicklung von Designer-Nukleasen in absehbarer Zeit eine vollständige Heilung von chronischen HBV-Infektionen möglich ist", resümiert Prof. Joachim Hauber, Leiter der Abteilung "Antivirale Strategien" des Heinrich-Pette-Instituts.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der VolkswagenStiftung

19.10.2017