Translationsallianz

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17.09.2012

DFG fördert Forschung zu ZNS-Erkrankungen beim Hund

Forschergruppe geht in die zweite Förderperiode

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschergruppe 1103 „Neurodegeneration und -regeneration bei ZNS-Erkrankungen des Hundes“ für weitere drei Jahre mit 2,6 Millionen Euro. Die Gutachter der DFG haben besonders die internationale Vernetzung der Forschergruppe und die „sehr ausgeprägte Interdisziplinarität, die dem Gedanken ‚One Health - one Medicine’ […] in beispielhafter und weltweit bisher kaum realisierter Weise Rechnung trägt“ positiv hervorgehoben. 


Neben der TiHo sind die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig an dem interdisziplinären Forschungsprogramm beteiligt. Sprecher der Forschergruppe ist Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Institut für Pathologie der TiHo, sein Stellvertreter ist Professor Dr. Wolfgang Löscher, Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo.  


Hunde sind in der Tierarztpraxis die größte Patientengruppe. Gleichzeitig sind sie die Spezies, die in der Klinik am häufigsten mit neurologischen Problemen vorgestellt wird. In der Tiermedizin haben Hunde einen besonderen Stellenwert und es besteht ein hoher Wissens-, Forschungs- und Therapiebedarf. Ziel der Forschergruppe ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Pathogenese degenerativer und regenerativer Prozesse des kaninen zentralen Nervensystems (ZNS) zu gewinnen und daraus neue Therapieansätze abzuleiten. Schwerpunktmäßig werden drei ausgewählte, häufig beim Hund vorkommende Erkrankungen pathogenetisch untersucht: Staupe, Epilepsie und traumatische Rückenmarkserkrankungen. Da diese Erkrankungen viele Parallelen zu humanen Erkrankungen zeigen, ist der Hund außerdem ein wichtiges sogenanntes „large animal model“ - die am Hunde gewonnenen Ergebnisse sollen auch der Erforschung menschlicher Krankheiten zugute kommen. 


Staupe ist eine Virusinfektion, die zu Gehirnveränderungen bei den betroffenen Tieren führen kann und schwer zu heilen ist. Verursacher ist das kanine Staupevirus. Bei Hunden ist es die häufigste infektiöse Erkrankung des ZNS, sie weist große Übereinstimmungen mit der Multiplen Sklerose beim Menschen auf. Auch die Erkenntnisse, die aus der Untersuchung kaniner Rückenmarksschäden gewonnen werden, können auf den Menschen übertragen werden - sie sind ähnlich wie beim Menschen häufig eine Folge von Bandscheibenvorfällen. Epilepsien gehören bei Hund und Mensch zu den häufigsten chronisch-neurologischen Erkrankungen und entwickeln sich oft nach plötzlichen Erkrankungen des Gehirns wie Verletzungen, Entzündungen, Fieberkrämpfen oder Tumoren.

 


Weitere Informationen zur DFG-Forschergruppe finden Sie auf der Seite der Tierärztlichen Hochschule Hannover

13.12.2017