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Translational research represents the interface between basic research and clinical development. The goal is to enable the latest findings from basic research to lead to new therapies or diagnostic procedures for patients in the shortest of times. At the same time, questions that arise during the clinical practice are fed back to basic research for systematic analysis.

 

 

 

News

29.05.2012

Abwehr gegen Rotaviren weiter aufgeklärt

MHH-Forscher gewinnen neue Erkenntnisse zur besonderen Empfindlichkeit von Kindern gegenüber dem Durchfall-Erreger Rotavirus / Veröffentlichung in PLoS Pathogens

Kinder unter fünf Jahren sind gegenüber Durchfall-verursachenden Rotaviren empfindlicher als ältere Menschen. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, warum eine Infektion mit diesen Viren vom Alter abhängt: Die Darmschleimhaut produziert nach der Geburt nur sehr wenig Toll-like Rezeptor (TLR) 3 – eine Struktur des sogenannten angeborenen Immunsystems, die das Virus-Genom erkennt und die Immunabwehr stimuliert. Bei Älteren gibt es hingegen mehr TLR3. Wahrscheinlich kann sich der erwachsene Körper deshalb besser gegen die Infektion wehren. Das Team um Professor Dr. Mathias Hornef vom MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene veröffentlichte seine Ergebnisse im digitalen Journal PLoS Pathogens.

Rotaviren werden von Erkrankten mit dem Stuhl ausgeschieden und durch die Aufnahme in den Mund übertragen. Sie infizieren die Epithelzellen des Dünndarms und verursachen oft schwere, mehrere Tage andauernde Durchfälle. Diese Viren stellen weltweit einen der häufigsten Erreger der infektiösen Durchfallerkrankung bei Kleinkindern dar. Bei schlechter medizinischer Versorgung wie zum Beispiel in Entwicklungsländern tragen sie erheblich zur Kindersterblichkeit bei: Jährlich sterben mehr als 500.000 Kinder an Durchfallerkrankungen, die durch Rotaviren ausgelöst wurden. Aber auch in Deutschland stellen Rotaviren bei Kleinkindern ein sehr häufiges medizinisches Problem dar.

Normalerweise wehrt sich der Körper effizient gegen das Virus: Es erkennt das RNA-Genom des Rotavirus und bekämpft es rasch. Notwendig für diese Reaktion ist die Erkennung des Virus durch Immunrezeptoren wie zum Beispiel dem TLR3. „Unsere Arbeiten am Mausmodell zeigen, dass Darmschleimhautzellen von erwachsenen Tieren deutlich mehr TLR3 produzieren als Darmschleimhautzellen neugeborener Mäuse“, sagt Professor Hornef. TLR3 sorge dafür, dass durch die Sekretion eines löslichen Signalmoleküls das Darmepithel vor weiterer Infektion durch das Virus geschützt ist. Darüber hinaus werden nach TLR3-Stimulation vermehrt Immunzellen in den Darm gelockt, die Virus-infizierte Zellen bekämpfen. „Wahrscheinlich kann sich der erwachsene Körper aufgrund der stärkeren TLR3-Antwort besser gegen dieInfektion wehren als der kindliche. Auch bei Rotavirus-empfindlichen Kindern unter fünf Jahren fanden wir weniger TLR3 in der Darmschleimhaut als bei älteren Menschen. Dies könnte damit zur besonderen Empfindlichkeit in dieser Altersgruppe beitragen“, ergänzt Professor Hornef.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Mathias Hornef,hornef.mathiasmh-hannover.de, Telefon (0511) 532-4540.

28.06.2017