Translationsallianz

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What is translation?

 

Translational research represents the interface between basic research and clinical development. The goal is to enable the latest findings from basic research to lead to new therapies or diagnostic procedures for patients in the shortest of times. At the same time, questions that arise during the clinical practice are fed back to basic research for systematic analysis.

 

 

 

News

11.04.2013

Forschung im Sinne des Tierschutzes

Wissenschaftler der TU Braunschweig erhält den Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis

Für die Entwicklung neuer Arzneimittel sind häufig Tests an tierischem Gewebe notwendig. Doch inzwischen können Zellkulturmodelle entwickelt werden, die Tierversuche ersetzen. Dr. Stephan Reichl, wissenschaftlicher Assistent am Institut für Pharmazeutische Technologie der Technischen Universität Braunschweig, bildet in seinem Habilitationsprojekt menschliche Augenhornhaut und nasale Schleimhaut aus Zellkulturen nach. Für diesen wissenschaftlichen Beitrag zum Tierschutz verleiht ihm die Ludwigs-Maximilian-Universität München am Donnerstag, 11. April 2013, den mit 15.000 Euro dotierten Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis.

 

Bei der Entwicklung von Arzneimitteln, die am Auge angewendet werden, muss untersucht werden, wie die Wirkstoffe der Arzneien durch die Hornhaut ins Auge gelangen. Menschliche Hornhaut wird komplett für Transplantationen benötigt und kann in der Forschung nicht eingesetzt werden. In der Regel wird deshalb das entnommene Gewebe von Versuchs- oder Schlachttieren für diese Untersuchungen verwendet. Dabei gibt es zwei große Nachteile: Zum einen müssen Tiere für experimentelle Zwecke getötet werden. Zum anderen ist unklar, inwieweit die Daten, die bei den Tierversuchen gewonnen werden, überhaupt auf den Menschen übertragbar sind.

 

Die Arbeitsgruppe um Dr. Stephan Reichl entwickelte und charakterisierte das weltweit erste dreidimensionale Augenhornhautmodell aus Zellkulturen, das für diese Zwecke angewendet wird. Die Zellkulturen bilden das mehrschichtige Gewebe der menschlichen Hornhaut des Auges nach. Auch für die Nasenschleimhaut hat Dr. Stephan Reichl mit seinem Team eine entsprechende Nachbildung entworfen. An den Zellkulturmodellen kann nun untersucht werden, wie die Aufnahme von Arzneistoffen über die Augenhornhaut oder die Nase erfolgt. Für die Versuche muss kein tierisches Gewebe mehr verwendet werden. Stattdessen liefern die Zellkulturen zuverlässige Daten an menschlichem Material.

 

Zur Person: Dr. Stephan Reichl studierte von 1992 bis 1996 Pharmazie an der TU Braunschweig und arbeitet seit 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pharmazeutische Technologie. Nach seiner Promotion 2003 ist er seit 2005 als Arbeitsgruppenleiter im Rahmen seines Habilitationsprojektes an der TU Braunschweig tätig.

 

Zum Preis: Der Preis wurde 1972 von Felix Wankel, Konstrukteur und Erfinder, gestiftet und zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, deren Ziel es ist, Tierversuche zu ersetzen oder einzuschränken und damit den Tierschutz zu fördern. Neben Dr. Stephan Reichl wird im Jahr 2013 auch Prof. Dr. Marcel Leist von der Universität Konstanz mit dem Preis ausgezeichnet

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der TU Braunschweig

15.12.2017