Translationsallianz

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16.05.2014

Die Tricks der Viren verstehen

23. Mai 2014: Zweites VISTRIE-Symposium lockt internationale Experten ans HZI

Dringen Viren in unseren Körper ein, lösen sie eine Reaktion des Immunsystems aus. Dieses erkennt den Eindringling oder die infizierte Zelle und versucht, die Vermehrung des Virus zu stoppen. Im Idealfall besiegt die Immunabwehr das Virus. Jedoch haben Viren im Laufe der Evolution Überlebensstrategien entwickelt, mit denen sie das Immunsystem austricksen. Das Virtuelle Institut „Viral Strategies of Immune Evasion“ (VISTRIE), ein internationaler Forschungsverbund, hat es sich zum Ziel gemacht, die Tricks der Viren besser zu verstehen, um sie effektiver zu bekämpfen. Um sich über den aktuellen Stand der Forschung auf diesem Gebiet auszutauschen, kommen am 23. Mai internationale Experten zum zweiten VISTRIE-Symposium am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig zusammen.

 

Dazu eingeladen hat Prof. Luka Cicin-Sain, Sprecher des VISTRIE und Leiter der Nachwuchsgruppe „Immunalterung und Chronische Infektionen“ am HZI. „Viren sind optimal geeignet, um die Immunabwehr und das Immunsystem zu untersuchen, weil sie sich ständig an unser Immunsystem anpassen müssen“, sagt Cicin-Sain. Er erforscht das Cytomegalievirus (CMV), ein Herpesvirus, das der Bekämpfung durch das Immunsystem durch gezielte „Sabotage“ entgeht. Das Virus schaltet entweder Signalwege in den Immunzellen ab oder Signale an, die die Zellen irreführen. Die Flucht des Virus vor der Immunabwehr nennt man „Immun-Evasion“.

 

Doch obwohl sich das Virus vor der Immunabwehr verstecken kann, stellt es für die meisten Menschen kein Problem dar. In 90 Prozent alle Fälle gibt es keine Symptome. Dennoch gilt: Ist man einmal infiziert, wird man das Virus nicht mehr los. Es verbreitet sich im Körper und bricht aus, wenn das Immunsystem durch eine andere Krankheit oder Stress geschwächt ist. Auch während der Schwangerschaft kann das Virus gefährlich werden, wenn sich die Mutter während dieser erstmals mit dem Virus infiziert. Die vom Virus ausgelöste Cytomegalie kann beim Kind zu Fehlbildungen führen oder im schlimmsten Fall gar zum Tod des ungeborenen Fötus. Das größte Problem dabei: Es gibt immer noch keinen Impfstoff und während der Schwangerschaft auch keine Therapiemöglichkeit.  

 

Neue Wege hin zu besseren Therapie- und Vorbeugemaßnahmen stehen deshalb im Fokus der Vorträge der internationalen Experten beim VISTRIE-Symposium. „Um in diesem Bereich etwas zu erreichen, müssen wir unsere Erkenntnisse bündeln und gemeinsam Lösungsansätze finden“, sagt Cicin-Sain. „Dafür ist das Symposium die ideale Plattform.“ Neben den insgesamt acht Vorträgen von renommierten Forschern bietet das Treffen auch angeregte Diskussionen und eine Poster Session, bei der Nachwuchswissenschaftler des HZI ihre Arbeiten zum Thema präsentieren.   

 

Vertreter der Medien sind insbesondere zur Diskussion, aber auch zu den Vorträgen herzlich eingeladen. Neben dem offiziellen Programm besteht die Möglichkeit zu Gesprächen und Interviews mit den anwesenden Wissenschaftlern. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HZI vermittelt Ihnen gerne Termine mit den Experten.  

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des HZI

11.12.2017