Translationsallianz

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22.02.2013

TiHo und Lohmann Animal Health weiten Kooperation aus

Öffentlich-private Partnerschaft, um die Tiergesundheit in der Nutztierhaltung zu verbessern.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und das niedersächsische Unternehmen Lohmann Animal Health werden künftig enger zusammenarbeiten. Ziel der gemeinsamen Forschungsarbeiten sind mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung und eine größere Lebensmittelsicherheit bei Lebensmitteln tierischen Ursprungs durch eine stabile Tiergesundheit. Durch die öffentlich-private Partnerschaft sollen Forschungsergebnisse schneller in die Praxis umgesetzt werden. Damit das gelingt, hat Lohmann Animal Health jetzt Laborräume auf dem Campus Bischofsholer Damm der TiHo bezogen. Die gemeinsamen Forschungsarbeiten werden sich auf ganzheitliche Präventionskonzepte in der Nutztierhaltung mit dem Fokus auf gesunde Tiere und die Minimierung von Zoonoseerregern wie Salmonellen oder Campylobacter in der gesamten Kette der Lebensmittelerzeugung konzentrieren.

 

Infektionskrankheiten in Tierhaltungen sind ein wichtiges gemeinsames Arbeitsfeld. Können sie durch Vorsorgemaßnahmen effektiv verhindert werden, wird Tierleid vermieden und es sind weniger Arzneimittel erforderlich. Neue Erkenntnisse deuten daraufhin, dass die Gesundheit der Tiere stärker als bisher vermutet durch Störungen des mikrobiellen Gleichgewichts in der Darmflora beeinflusst wird. „Ein gestärkter Darmtrakt könnte die Tiere widerstandsfähiger machen und ihre Abwehrstärke erhöhen“, erklärt Dr. Gerhard Greif, Präsident der TiHo, „das ist besonders für Freilandhaltungen interessant, bei der die Tiere verstärkt Infektionserregern aus der Umwelt ausgesetzt sind. Diese erhöhte Abwehrkraft könnte durch natürliche Futterzusätze erreicht werden.“ Die Minimierung des Medikamenteneinsatzes gehe damit Hand in Hand.“ Dr. Bruno Kaesler, Geschäftsführer von Lohmann Animal Health sagt: „Wir verfolgen bei der Entwicklung und Herstellung unserer Produkte einen ganzheitlichen Ansatz mit dem zentralen Gedanken der Prävention im Fokus. Gute Ernährung und gezielter Schutz durch Impfungen halten das Tier gesund und sollen letztlich verhindern, dass Therapeutika nötig werden, um das Tier im Krankheitsfall zu retten. Insofern werden wir unsere Forschungsaktivitäten am Standort Hannover auch gezielt auf den Anspruch der `Vorsorge` ausrichten, denn Impfung ist die erfolgreichste Strategie für einen gesunden Tierbestand und Lebensmittelsicherheit.“

 

Bereits seit Beginn des Jahres 2012 gibt es die Lohmann Animal Health-Stiftungsprofessur „Lebensmittelsicherheit in der Lebensmittelkette“ am Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit der TiHo. Professorin Dr. Corinna Kehrenberg wurde auf die Professur berufen, die Lohmann Animal Health für fünf Jahre mit 500.000 Euro fördert. Kehrenberg arbeitet vor allem mit Zoonoseerregern. Zoonosen sind Krankheiten, die zwischen Menschen und Tieren übertragen werden können. Eine mögliche Infektionsquelle für Zoonosen können Lebensmittel, die vom Tier stammen, sein, wie Fleisch, Milch oder Eier. Kehrenberg konzentriert sich in ihrer Forschung vor allem auf Salmonellen und Staphylococcus aureus. Salmonellen gehören zu den häufigsten bakteriellen Erregern von infektiösen Durchfällen. Kehrenberg beschäftigt sich seit Jahren mit Erregern der Lebensmittelkette und den Schwierigkeiten, sie zu bekämpfen – besonders mit Antibiotikaresistenzen und ihren molekularen Mechanismen. 

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der TiHo

11.12.2017