Gesellschaftliche Auswirkungen der SARS-CoV-2 Pandemie

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Die Angst vor einer Infektion und die Verhaltensänderungen, die für die Infektionseindämmung notwendig sind, belasten viele Menschen schwer. Forscher untersuchen, wie sich die Pandemie auf unsere geistige und körperliche Gesundheit auswirkt.

OnCoVID- Management in der Onkologie während der COVID-19 Pandemie

ethische, rechtliche und gesundheitsökonomische Implikationen

Die Entscheidungsfindung zur Krebsbehandlung während der COVID-19-Pandemie ist nicht nur durch begrenzte Ressourcen und Priorisierung von Akutbehandlungen gekennzeichnet, sondern auch durch mehrdimensionale Auswirkungen auf Behandlungsalgorithmen, Langzeitergebnisse und klinisches Prozessmanagement. Dies ist jedoch nicht auf die Phase unzureichender Verfügbarkeit von Ressourcen während der Pandemie beschränkt, sondern muss in allen Phasen des Fortschreitens der Pandemie berücksichtigt werden. Die Komplexität der Krebsbehandlung erfordert in diesem Zusammenhang spezifische Überlegungen zu ethischen und medizinrechtlichen Aspekten während der Pandemie.
Das Projekt zielt darauf ab, datenbasierte Entscheidungsrichtlinien für die onkologische Versorgung im Kontext von Pandemien zu entwickeln. Die Perspektiven der Stakeholder werden anhand spezifischer Fragebögen bewertet. Klinische Daten aus verschiedenen Quellen (klinisches Krebsregister, Abrechnungsdaten), Daten zur onkologiespezifischen Verfügbarkeit kritischer Ressourcen während einer Pandemie und ausgewählte gesundheitsökonomische Daten werden zur Modellierung der Folgen für die Morbiditätsentwicklung und krankheitsbedingtes Outcome verwendet. Basierend auf diesen Analysen wird eine umfassende Bewertung ethischer und medizinrechtlicher Aspekte vorgenommen. Diese dient der Bereiststellung einer Checkliste für das onkologische Versorgungsmanagement während einer Pandemie und zur Entwicklung von Leitlinien für diese Art der Entscheidungsfindung.

Ansprechpartner:   Prof. Dr. Jörg Haier & Prof. Dr. Nils Hoppe

Kooperationspartner:

  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (LUH)
  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, Tirol (Österreich)

Förderung: 600.000€ der Bundesministeriums für Bildung und Forschung

weitere Informationen: Webseite der MHH

Bewältigungsstrategien zu Covid-19: Gesellschaftliche Auswirkungen

Das Projekt untersucht die Folgen des Lockdowns auf individuelle Werteinstellungen und Verhaltensmuster unter besonderer Berücksichtigung der Familien mit Kindern. Im Rahmen der Studie wird eine quantitative Befragung durchgeführt, die folgenden Bereichen eine besondere Aufmerksamkeit schenkt: Beschäftigung und Arbeitsbedingungen, Einteilung der täglichen Aktivitäten und Mobilität sowie Interaktionen im Haushalt und Work-Life Balance.
Zusätzlich wird der mediale Diskurs im Hinblick auf Belastung der Familien untersucht, basierend auf Twitter-Daten und Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen.

Ansprechpartner:   Dr. Irina Gewinner

Kooperationspartner:

  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (LUH)
  • Stadt Hannover
  • Universität Luxemburg

weitere Informationen: Webseite der Studie

Lernen aus der Krise - Erfahrungen von MINT Lehrkräften mit Lehr-Lernplattformen

Durch die Maßnahmen gegen die Verbreitung von Corona stehen Lehrkräfte vor der Herausforderung, ihren Unterricht von zuhause zu organisieren. Diverse digitale Werkzeuge und Lernplattformen sind dadurch zum Mittel der Wahl geworden. 
Viele Lehrkräfte nutzen die Lernplattformen zurzeit intensiver als bisher. In diesem Projekt wird erhoben, welche Potentiale die Lehrkräfte an den Lehr-Lernplattformen schätzen und welche Hindernisse Ihnen das Lehren erschweren. Auf dieser Basis sollen mögliche Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet werden. 

Ansprechpartner:   Prof. Dr. Sascha Schanze

Kooperationspartner:

  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (LUH)

weitere Informationen: Webseite des Projekts auf Researchgate

Bewegung, Sport und Ernährung während und nach COVID-19

Die Corona-Krise mit ihren Einschränkungen und Umstellungen der Lebensgewohnheiten hat auch das Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie das psychosoziale Wohlbefinden verändert. Welche kurz- und mittelfristige Bedeutung dies für das Gesundheitsverhalten hat, ist nicht bekannt. Die Studie zielt darauf ab, Informationen zu Bewegung, Ernährung, und Wohlbefinden in Zeiten von Corona zu erheben, um abschätzen zu können, welche Vor- und Nachteile sich aus den Verhaltensänderungen für die Gesundheit ergeben. Basis ist eine 10-15-minütge Online-Befragung, an der die Studienteilnehmer*innen mindestens einmal, vorzugsweise aber wiederholt in einem 14-tägigen Turnus über einen Zeitraum von 10 Wochen teilnehmen sollen.

Ansprechpartner:   Prof. Dr. Andreas Hahn

Kooperationspartner:

  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (LUH)
  • Justus-Liebig-Universität Gießen

weitere Informationen: Webseite der LUH

Die COVID-19-Umfrage Deutschland: Seelische Gesundheit in Krisenzeiten

Die ersten Fälle der neuartigen Atemwegserkrankung COVID-19 sind im Dezember 2019 in China aufgetreten. Aus dem Land, das bereits am längsten gegen das Corona-Virus kämpft, liegen schon erste Hinweise zu den psychosozialen Auswirkungen der Pandemie und der zur Eindämmung getroffenen Maßnahmen vor. Anrufer eines psychologischen Dienstes in Wuhan berichteten unter anderem von Panik, Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit und psychosozialen Problemen (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz oder innerhalb der Familie). Weiterhin konnten bei 47 % der Anrufer Angststörungen festgestellt werden, 20 % wiesen Schlafstörungen, 16 % depressive Symptome und 15 % somatoforme Symptome auf. Mitarbeiter im chinesischen Gesundheitswesen (Krankenpfleger/Innen und Ärtz/Innen) zeigten einer weiteren Studie zufolge depressive Symptome (50%) und litten unter psychischem Stress (70%).

Am 11. März 2020 markierte die Weltgesundheitsorganisation WHO den aktuellen Ausbruch von COVID-19 als Pandemie. In Deutschland wurden am 13. März 2020 in vielen Bundesländern umfangreiche Maßnahmen (Schließung von Schulen und KiTas, Verbote von Großveranstaltungen) beschlossen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Am 22. März 2020 einigten sich Bund und Länder auf ein umfassendes Kontaktverbot. Es bleibt also zu erwarten, dass die Verbreitung von COVID-19 sowie die zur Eindämmung getroffenen Maßnahmen auch in Deutschland weitreichende Auswirkungen auf die Seelische Gesundheit der Bevölkerung haben werden. Ziel der vorliegenden Umfrage ist es daher, die psychosozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie in Deutschland zu erfassen, um daraus Hinweise und Empfehlungen für die Politik und das Gesundheitswesen ableiten zu können.

Ansprechpartner:   Prof. Dr. Tillmann Krüger

Kooperationspartner:

  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

weitere Informationen: Webseite der MHH